Liebesentzug

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Liebesentzug – eine sehr erfolgreiche Maßnahme

Liebesentzug ist eine der erfolgreichsten Maßnahmen der emotionalen Erpressung.
Das Opfer ist so in seiner Angst vor Liebesverlust gefangen, dass es keine Chance hat, das Spiel zu durchschauen: In eisiger Atmosphäre baut der Erpresser mit unerträglichem SchweigenDruck in seinem Opfer auf. Ganz bewusst ignoriert er es und lässt nicht locker bis es kapituliert. Das Opfer will nur eines: es will sich wieder geliebt fühlen! Dafür ist es bereit, genau das zu tun, was von ihm erwartet wird. Es will seinem Erpresser beweisen, dass er keinen Grund hat, länger mit ihm „böse“ zu sein.

Ab sofort bessert sich die Laune des Erpressers und er belohnt sein Opfer mit freundlicher Zuwendung und tröstlicher Intimität. Alles scheint „wieder gut“ zu sein. Der Liebesentzug war erfolgreich!

Liebesentzug ist eine Botschaft

Weil der Liebesentzug so erfolgreich funktioniert, wird er in der emotionalen Erpressung zum Durchsetzen von Absichten, Wünschen und Interessen bevorzugt verwendet. Die Erwartungen des Erpressers sind in ihrer Vielfalt an dieser Stelle nicht zu beschreiben, denn sie sind von der jeweiligen Situation und ihren beteiligten Personen abhängig. In einer Liebesbeziehung kann der Entzug eine andere Erscheinung und Bedeutung haben als in einer Freundschaft oder innerhalb der Familie. Das Ziel ist aber immer das gleiche: Der Liebesentzug soll Druck ausüben. Ohne Worte heißt die Botschaft: >So würde es sich anfühlen, wenn du ohne meine Liebe wärst! Überlege es dir gut: <

Solange das Opfer seine eigene Rolle in diesem Machtspiel nicht durchschaut, ist es ihm hilflos ausgeliefert. Sind ihm die damit verbundenen Verlustängste bereits seit seiner Kindheit vertraut, kennt es nur eine Lösung: Schon damals als Kind hat es gelernt, dass es allein in seiner Hand liegt, alles „wieder gut“ werden zu lassen. Es muss nur zeigen, dass es willens ist, sich zu fügen.

Wer als Kind den Liebesentzug als strafende Maßnahme der Eltern erfahren hat, kennt die Verzweiflung und die Ängste, die er auslöst. Und er kennt das glückliche Gefühl der Erlösung, wenn die Eltern wieder bereit waren, sich ihm zuzuwenden. Es war der Beweis, dass seine Reue und sein Einlenken zweifellos „das Beste“ für ihn war.

Mit diesem Programm lebt das Kind noch als Erwachsener: Noch immer wünscht der sich in solchen Situationen den erlösenden Moment herbei, wenn er spüren kann, dass er sich wieder geliebt fühlen kann. Es ist immer noch das gleiche Programm – geändert haben sich nur die Zeit, die Umstände und die beteiligten Personen.

Wer den Liebesentzug als erpresserisches Vorgehen erkennen und durchschauen will, kommt nicht um das Erinnern an eine Zeit herum, in der alles einmal seinen Anfang genommen hat…..

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